👨‍⚖️ KOL : Compliance Score

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Die Einführung des Compliance Score folgt auf die Einführung neuer Gesetze in Frankreich, nach denen Marken und Kommunikationsfachleute nun für illegale Inhalte haften, die von Influencern gepostet werden und aus einer Zusammenarbeit stammen. Zu den wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes gehören klare Kennzeichnungsregeln für alle bezahlten oder durch Seeding generierten Inhalte.

Die Auswirkungen dieser Gesetze bedeuten, dass es wichtiger denn je ist, bei der Auswahl der Influencer, mit denen man zusammenarbeitet, fundierte Entscheidungen zu treffen. Aus diesem Grund haben wir den Compliance Score entwickelt, mit dem Sie auf einen Blick die Transparenz der gesponserten Beiträge eines KOLs in Bezug auf die französischen Gesetze zum Influencer Marketing beurteilen können.

 

Nachdem wir unser Compliance Score Feature in Frankreich erfolgreich getestet haben, haben wir nun
den Algorithmus an die deutschen SRO-Empfehlungen für Werbung und gesponserte Inhalte angepasst.
Sowie Spanien mit den EASA-Empfehlungen.
Italien mit den AGCOM-Empfehlungen.
England mit den ASA-Empfehlungen.

Wie das funktioniert

Der von Kolsquare entwickelte Algorithmus weist KOLs, die mehr als 30 % ihres Publikums in Frankreich oder Deutschland haben und daher gesetzlichen Vorschriften oder Richtlinien unterliegen, auf der Grundlage aller ihrer in den letzten drei Monaten veröffentlichten Instagram-Posts und Reels eine Punktzahl von „Sehr gut“ bis „Sehr schlecht“ zu.

Um den werblichen Charakter der einzelnen Inhalte zu bestimmen, analysiert der Algorithmus mehrere semantische Kriterien, darunter:

  • Das Vorhandensein von Erwähnungen von Markenkonten, in Kommentaren oder direkten Links,
  • das Vorhandensein bestimmter Schlüsselwörter aus einer Liste von etwa hundert Begriffen wie „sponso“, „ad“, „free product“ und andere,
  • die Nutzung der von Instagram bereitgestellten Funktionen für Zusammenarbeit oder Sponsoring.

Sobald der Inhalt als gesponsert eingeschätzt wird, wird er einer Analyse unterzogen, um festzustellen, ob er mit den französischen Transparenzgesetzen oder den deutschen SRO-Empfehlungen übereinstimmt. Diese Analyse stützt sich auf zwei Schlüsselelemente:

  1. Die Aktivierung der Kollaborations- oder Sponsoring-Funktion von Instagram oder das Vorhandensein eines der beiden gesetzlich vorgeschriebenen Schlüsselwörter, nämlich
    1. Für Frankreich: „collaboration commerciale“ oder „publicité“.
    2. Für Deutschland: „werbung“ oder „anzeige“.
    3. Für Spanien: „colaboración“ oder „en colaboración con“.
    4. Für Italien, „pubblicizzato da“ oder „in collaborazione con“
    5. Für das Vereinigte Königreich: „in collaboration with“ oder „Sponsored“.
  2. Die Erwähnung des Kontos der Marke, die ebenfalls vorhanden sein muss.

Der Algorithmus analysiert die Konformität der einzelnen Instagram-Posts eines KOL in den letzten drei Monaten und vergibt dann eine Gesamtpunktzahl, die auf den folgenden Konformitätsschwellenwerten basiert:

  • „Sehr gut“ = 80 % bis 100 % der gesponserten Inhalte sind konform,
  • „Gut“ = 60 % bis 80 % der gesponserten Inhalte sind konform,
  • und so weiter, bis „sehr schlecht“ = 0 bis 20 % der gesponserten Inhalte sind konform.

Um die Interpretation dieser Punktzahl zu erleichtern, zeigen wir auf der KOL-Profilseite zwei zusätzliche Informationen an:

  1. Der Prozentsatz der von Kolsquare als gesponsert bewerteten Inhalte (Posts und Reels) im Vergleich zu den gesamten analysierten Inhalten,
  2. die durchschnittliche Anzahl der Markenerwähnungen, die in all diesen Inhalten vorkommen.

Die Grenzen des Algorithmus und seine Entwicklung

In dieser ersten Version hat unser Algorithmus mehrere Einschränkungen.

Erstens ist er speziell für Instagram entwickelt worden und konzentriert sich nur auf Posts und Reels, während Stories vorerst ausgeschlossen sind. In einem zukünftigen Update planen wir jedoch, seine Anwendung auf TikTok zu erweitern.

Zweitens berücksichtigt es nicht, wo sich die Keywords befinden (diese sollten vorzugsweise ganz am Anfang der Beschreibung stehen). Außerdem kann es bei der Bewertung einer Veröffentlichung manchmal Fehler machen. Diese Fehler entstehen in der Regel durch eine falsche Identifizierung von Markenerwähnungen oder das völlige Fehlen relevanter Schlüsselwörter in der Veröffentlichung, was dazu führt, dass die Veröffentlichung bei der Bewertung nicht berücksichtigt wird (was wir als „falsch negativ“ bezeichnen). Dies kann zu einem niedrigen Prozentsatz an gesponserten Inhalten, aber einer hohen Anzahl an Markenerwähnungen führen.

Da unser Hauptziel jedoch darin besteht, eine Gesamteinschätzung auf der Grundlage aller Veröffentlichungen eines KOL zu liefern, sollten diese Fehler gemildert werden, und der berechnete Durchschnittswert sollte die Realität widerspiegeln, sofern in den letzten drei Monaten genügend Inhalte vorhanden sind. Wenn Sie bei der Durchsicht der KOL-Profile Fehler feststellen, können Sie uns diese gerne melden. Wir werden unseren Algorithmus weiter pflegen und verbessern, um das Risiko von Fehlern zu verringern.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass Frankreich und Deutschland nicht die einzigen Länder sind, die sich mit der Regulierung des Influencer-Marketings befassen, und wir planen, unseren Algorithmus bald auf andere Länder und Sprachen auszudehnen, um die unterschiedlichen Vorschriften und Praktiken besser berücksichtigen zu können.

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